Was bedeutet Elternverwaltete Kindergruppe?
Das bedeutet, dass die Eltern alle Aufgaben übernehmen, die normalerweise die Verwaltung eines Kindergartens übernimmt. Betreut werden die Kinder aber von erfahrenen ausgebildeten Pädagoginnen.
Was sind die Aufgaben der Eltern?
Zum einen leistet jede Familie in regelmäßigen Abständen (2x innerhalb von 5 Wochen) Koch- und Putzdienste. Dabei wird selbstgekochtes Essen (biologisch und meist vegetarisch) in die Kindergruppe mitgebracht und am selben Tag ist die Familie, die Kochdienst hat, dafür zuständig, die Kindergruppe zu reinigen. Das Putzen kann bei Wunsch auch gegen Bezahlung ausgelagert werden.
Zum anderen übernimmt jede Familie einen oder mehrere Jobs. Diese passen im Idealfall zu den Interessen und besonderen Fähigkeiten, die jede und jeder in die Kindergruppe einbringt. So unterschiedlich die Mitglieder der Kindergruppe sind, so unterschiedlich sind auch die Jobs: wer handwerklich begabt ist, kann sich im Hausmeisterteam engagieren, wer lieber mit Zahlen jongliert, kann Kassier oder Rechnungsprüfer:in werden. Und: nichts ist für immer, die Jobs werden jedes Jahr neu verteilt.
Einmal im Monat gibt es einen Elternabend, bei dem die Betreuerinnen erzählen, was gerade so in der Kigru los ist und wir aktuelle Themen besprechen.
Und wenn eine Betreuerin etwa wegen Krankheit spontan ausfällt und auch all unsere Springer:innen keine Zeit haben, übernehmen die Eltern gemeinsam mit einer Pädagogin bei sogenannten Elterndiensten die Betreuung der Kinder.
Wie viel Zeit muss ich dafür einplanen?
Pauschal kann man das nicht sagen. Jeder Job in der Kindergruppe ist unterschiedlich. Das Hausmeisterteam rückt an, wenn es notwendig ist. Die Rechnungsprüfer:innen haben ein Mal pro Jahr einen fixen Termin, an dem ihre Arbeit stattfinden muss. Und natürlich hängt es auch davon ab, wie rasch man arbeitet. Aber soviel ist klar: wir alle haben auch normale Jobs und die Arbeit für die Kindergruppe geht sich gut daneben aus.
Wieso tut ihr euch das an?
Weil die Kindergruppe ein ganz besonderer Ort für unsere Kinder ist. Und weil Elternverwaltet zwar eben Elternarbeit bedeutet, aber auch, dass wir durch den intensiven Austausch mit den Betreuerinnen genau wissen, wie es unseren Kindern gerade geht. Und uns durch die Zusammenarbeit als Gemeinschaft so gut kennen, dass wir uns auch gegenseitig unterstützen, etwa beim Abholen oder bei den Aufgaben, wenn es für jemanden mal stressig ist.
Ok, ich hätte gerne einen Platz, was muss ich tun?
Bitte fülle das Kontaktformular aus – im Idealfall kannst du uns da schon ein bisschen was über dein Kind oder deine Familie erzählen. Grundsätzlich haben wir offene Plätze meistens im Herbst. Wenn eine Familie umzieht, kann es jedoch auch vorkommen, dass wir unter dem Jahr einen offenen Platz haben.
Nachdem die Bewerbung bei uns eingegangen ist, führen wir erst einmal ein kurzes Telefonat, um mögliche Fragen zur Kindergruppe zu klären. Danach kannst du gerne außerhalb der Öffnungszeiten die Räumlichkeiten ansehen. Wenn dann beide Seiten das Gefühl haben, es passt, gibt es die Möglichkeit, in der Kindergruppe zu hospitieren – das bedeutet, dass sich Eltern für ein, zwei Stunden in die Gruppe setzen und die Kinder beobachten – und unsere Betreuerinnen kennenzulernen. Das ist kein Muss, bietet aber die Möglichkeit, die Kigru im Alltag mitzubekommen.
Wie werden die Plätze vergeben?
Wir achten im Idealfall darauf, dass die Altersstruktur in der Kindergruppe ausgeglichen ist und dass das Verhältnis zwischen Buben* und Mädchen* halbwegs gleich ist. Daher vergeben wir die Plätze nicht nach Eingangszeitpunkt der Bewerbungen. Wer sich aber für einen Platz im nächsten Herbst bewirbt, bekommt in der Regel um Weihnachten herum von uns Bescheid, ob wir einen fixen Platz anbieten können. Außerdem führen wir eine Warteliste, falls spontan doch noch Plätze frei werden.
Wie läuft die Eingwöhnung ab?
Jedes Kind und alle Eltern machen im Zuge der Eingewöhnung ganz individuelle Erfahrungen, beeinflusst von der Familienstruktur, vorangegangenen Übergängen und Charaktereigenschaften des Kindes.
Damit sich alle wohlfühlen und Vertrauen fassen können, ist es uns wichtig, den Eingewöhnungsprozess individuell an die Familie anzupassen.
Prinzipiell kann aber davon ausgegangen werden, dass die Eltern anfänglich 1-2 Stunden mit ihren Kindern in der Kindergruppe verbringen. Zu Beginn erkunden sie gemeinsam die Räumlichkeiten. Anschließend sind die Eltern für ihr Kind in der Garderobe „sicherer Hafen“, an den sie jederzeit kommen können. Der Zeitpunkt der ersten Verabschiedung wird von Betreuerinnen und Eltern gemeinsam gewählt. Während die erste Abwesenheit ca. 10-20 Minuten dauert, steigert sich diese nach dem Bedürfnis des Kindes, bis es schließlich ganz ohne Eltern den Kindergartenalltag bewältigen kann. Wie viel Zeit ihr euch schlussendlich nehmen sollt bzw. könnt, besprechen wir gerne individuell.
